Auf der Suche nach dem richtigen Bild 2010/11
jeweils 40 x 30 cm Fotografien und Heftklammern auf Holz
Die Intention sogenannter "Mugshots" ist es, Personen anhand typischer Merkmale - der Gesichtszüge -zu identifizieren.
Die heute noch verwendete Form der bildhaften Erfassung in Frontal- und Profilansicht des "Kriminellen" wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert
entwickelt. Der Kriminalist Alphonse Bertillon schuf ein anthropometrisches System zur Per- sonenidentifizierung. (Auch unser heutiges Passfoto
geht auf dieses Verfahren zurück.) Ziel war es, den Menschen, dessen Körper und Gesicht, möglichst genau und objektiv über festgelegte Standards
zu erfassen. Außerdem dienten "Mugshots" auch der Studie physiognomischer Merkmale und psychophysischer Wesenszüge.
Die Serie "Auf der Suche nach dem richtigen Bild" überträgt diese Ansätze in einen künstlerischen Diskurs, kommentiert die "Macht" der Bilder mit deren eigenen Mitteln,
mit visuellen Methoden.
Verwendet wurden jeweils Frontal- und Profilansicht einer Person, die in eine "Ansicht" übertragen wurden. Durch Faltungen der einzelnen Blätter und Montage werden die
Bilder "beschnitten" und jeweils an den Kanten mit einer "Naht"aus Heftklammern fixiert. Im "neuen" Porträt ist die Physiognomie des Gesicht kaum erkennbar.
Die typischen Merkmale, die für eine anthropometrische Erkennung relevant wären, werden durch die Faltung der Blätter unsichtbar. Die Objektrahmen werden mit
leicht verschobenem Winkel nicht ganz lotrecht an der Wand montiert. Wobei die "Portraits", die im Rahmen nicht parallel angebracht sind, als exakt im rechten Winkel erscheinen.
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